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Mein Interview mit dem Business Insider

Ich wurde vom Business Insider zu meinem Aktiendepot interviewt. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Hier findest du das Interview.

Christian Merckel bloggt auf „Dividendenfuchs“ über Finanzen. Getty Images / Tiyas / Filo / Dividendenfuchs / Christian Merckel / Collage: Business Insider

Christian Merckel hat es geschafft: Er hat sich ein beeindruckendes Depot von 134.500 Euro aufgebaut. Doch wie hat er das gemacht? Welche Aktien und Strategien haben ihn so erfolgreich gemacht? Und welche Tipps gibt er für zukünftige Investoren?

„Mein persönliches Ziel ist nicht die finanzielle Freiheit – denn bis dahin ist es noch ein sehr, sehr weiter Weg, ich spreche auch nicht davon, meine Arbeitszeit zu reduzieren“, sagt Christian Merckel gegenüber Business Insider. Sein Ziel ist es, langfristig sein Vermögen zu vermehren und damit eine gewisse Grundsicherheit für sein privates Leben zu erzielen. Ein Weg, den er auch auf seinem Finanzblog und Instagram-Account „Dividendenfuchs“ teilt.

Zur Börse kam der 34-Jährige 2019: Damals hatte er durch seinen Vertriebsjob über zwei Jahren etwa 20.000 Euro angespart und auf seinem damaligen Tagesgeldkonto geparkt, wo es damals unter ein Prozent Zinsen gab. „Da dachte ich mir, das kann es doch nicht sein – es muss doch einen Weg geben, der mir mehr Rendite bringt“, erinnert sich Merckel. Kurz darauf stieß er auf Aktien, ETFs und Dividenden.

Die ersten beiden Aktien waren mein Handyhersteller Apple und mein Lieblingsverein Borussia Dortmund mit jeweils 500 Euro

„Ich habe mit 1000 Euro an der Börse angefangen. Die ersten beiden Aktien waren mein Handyhersteller Apple und mein Lieblingsverein Borussia Dortmund mit jeweils 500 Euro“, erzählt Merckel. Im Nachhinein sei die Investition von 500 Euro in seinen Herzensverein rein emotional und nicht rational gewesen. Bei Apple sah es allerdings anders aus: „Apple habe ich bis Oktober 2023 gehalten und mit einem Plus von 110 Prozent verkauft – meine damaligen BVB-Aktien habe ich dagegen lediglich mit einem Plus von zehn Prozent verkauft.“

So stellt Merckel sein Depot heute auf

Mittlerweile hat sich Merckel ein Depot von 134.500 Euro aufgebaut (Business Insider bekam Einblick). Der Großteil von seinem Geld ist in Einzelaktien investiert, da er erst seit kurzen zwei ETFs bespart. „Grundsätzlich gefällt es mir, mich direkt an einem Unternehmen zu beteiligen und an seiner Geschichte, seinen Umsätzen und seinen Gewinnen teilzuhaben“, erklärt Merckel die Verteilung von Einzeltiteln und ETFs.

Dennoch rät er Familie, Freunden und Arbeitskollegen auch häufig zu ETFs. „Den Zeitaufwand und das Risiko darf man bei Aktien nicht unterschätzen“, sagt er. Weitere Anlageklassen hat er nicht in seinem Depot. 

Diese 10 Fragen stellt sich Merckel vor jedem Aktienkauf

Warum die Aktienauswahl viel Zeit beanspruchen kann? Hauptsächlich aufgrund der Recherche. Denn bei der Titelwahl berücksichtigt Merckel unterschiedliche Kriterien. Dabei schaut er sich die potenziellen Unternehmen und deren Kennzahlen genau an und stellt sich folgende zehn Fragen:

  1. Wie lange gibt es die Firma bereits?
  2. Wie und von wem wurde die Firma gegründet und wer führt sie heute?
  3. Wie lange besteht bereits das aktuelle Geschäftsmodell?
  4. Wie nimmt das Unternehmen Geld ein? 
  5. Wie tief ist der Burggraben beziehungsweise wie groß und gut ist die Konkurrenz? „Gerne investiere ich in weltweite Marktführer, zum Beispiel Microsoft, Alphabet, Nvidia“, sagt er.
  6. Ist das jetzige Geschäftsmodell zeitlos oder befindet sich das Unternehmen in einem Megatrendmarkt?
  7. Wie sieht die Bilanz aus? 
  8. Wie sieht das aktuelle, durchschnittliche und vergangene Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der letzten fünf Jahre aus? „Wobei ich hier zum Beispiel nicht vor großen KGVs zurückschrecke, sofern das Unternehmen stark im Umsatz und im besten Fall auch bereits im Gewinn wächst“, sagt er.
  9. Wie hoch ist der Schuldenberg?
  10. Wie sieht das aktuelle Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV), Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG), Gewinnwachstum und Umsatzwachstum aus? 

„Zudem lese ich mir gerne Interviews mit den jeweiligen CEOs durch, um herauszufinden, wie und was das Unternehmen in den nächsten Monaten plant“, ergänzt Merckel. Als selbsternannter Dividendenfuchs setzt er selbstverständlich auch auf Dividendenaktien. Wichtig sind ihm dabei die aktuelle Dividendenrendite, sowie der Durchschnitt der letzten drei bis fünf Jahren. „Vor allem achte ich aber auch auf eine gesunde Ausschüttungsquote der Unternehmen und auf das Dividendenwachstum“, sagt er.

Die Dividende ist für ihn aber auch kein Muss. Der 34-Jährige investiert auch in Wachstumsunternehmen, die erst seit kurzem eine Dividende zahlen, wie Meta oder Alphabet – oder die nur eine kleine Dividende zahlen, wie Mastercard und Nvidia. „Ich versuche, das Beste aus beiden Welten in meinem Depot zu vereinen: Dividenden und Wachstum – denn die Wachstumsunternehmen von heute könnten die Dividendenzahler von morgen sein“, erklärt er seine Strategie.

Kürzlich habe er auch erste Positionen in AmazonAMD und CrowdStrike eröffnet, die beispielsweise noch keine Dividenden zahlen, aber ein überdurchschnittliches Umsatz- und Gewinnwachstum aufweisen und in Megatrends aktiv seien.

Das sind die größten Positionen in seinem Depot

Die größten Positionen in Merckels Depot? Microsoft mit einem Plus von 122 Prozent, Alphabet mit einem Plus von 117 Prozent, Allianz, mit einem Plus von 60 Prozent, Nvidia, mit einem Plus von 334 Prozent, Realty Income mit einem Plus von einem Prozent und Meta mit einem Plus von 27 Prozent.

Sein Dividendeneinkommen liegt dabei bei rund 3246 Euro. „Aber mein Ziel ist es, bis Ende des Jahres einen Betrag von 3750 Euro bis 4000 Euro an Dividenden zu erhalten“, sagt er. Dies soll durch gezielte Käufe von anderen Dividendenunternehmen und durch Nachkäufe erreicht werden. Die Dividenden auszahlen lässt er sich aber nicht – sie werden direkt reinvestiert.

Wann er sich von einem Investment trennt

Grundsätzlich verkauft Merckel nur selten Aktien. Wenn es aber in der Vergangenheit dazu kam, dann um Gewinne mitzunehmen und in für ihn aussichtsreichere Unternehmen umzuschichten. „Ausstiegsszenarien wären aber auch ein jahrelanger Umsatz- und Gewinnrückgang und ein nicht mehr funktionierendes Geschäftsmodell“, erklärt Merckel.

Ein solches Beispiel hatte er bei seinem bisher schlechtesten Investment – Block Inc. Das Finanzdienstleistungs- und Mobile-Payment-Unternehmen hat er Anfang 2022 mit einem Minus von rund 42 Prozent verkauft, was ihm einen Verlust von 3700 Euro bescherte. „Ich rate jedem nicht ewig an Unternehmen festzuhalten, wenn ihr selbst nicht mehr an das Unternehmen glaubt.“ Aktuell habe sich das Unternahmen zwar wieder erholt, ist aber noch ein gutes Stück vom Allzeithoch entfernt. 

So viel Geld investiert Merckel jährlich

Sein Vermögen aufgebaut hat Merckel durch seinen Vertriebsjob, den er seit 2016 ausübt und durch Kursgewinne und Dividenden. Die vergangenen vier Jahre hat er pro Jahr etwa 20.000 Euro investiert „und das habe ich auch dieses Jahr vor“, sagt er. Seine aktuellen Sparpläne laufen auf AmazonCrowdStrikePalo AltoAMDPalantir und auf zwei ETFs, die den S&P 500 und Nasdaq 100 abbilden.

Zudem hat er für die Zukunft neue Kooperationen mit meinem Instagram Account „Dividendenfuchs“ geplant und auch sein erstes Finanzbuch soll noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden. „Das heißt, ich stelle mich für dieses Jahr noch etwas breiter auf, um auch meine Einnahmequellen etwas mehr zu diversifizieren“, schließt er.

Hier findet Ihr den originalen Artikel auf Business Insider: Mit diesen Aktien und ETFs habe ich mein 130.000-Euro-Depot aufgebaut – Business Insider

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